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	<title>Kultur ist alles ...</title>
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	<description>... was vom Menschen geschaffen wurde</description>
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		<title>Mein Plattenladen, sein Besitzer und ich</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Nov 2010 18:14:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JJ</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[

See this needle, see my hand
Drop, drop, dropping it down &#8211; oh, so gently
Well here it comes, I touch the plane&#8230;
Turn me up, won&#8217;t turn you away&#8230;
Spin, spin, spin the black circle
Am 17.04.2010 war in England und den USA ein Feiertag. Zumindest für eine bestimmte Interessengruppe: den Platten-Nerd. Platten-Nerds sind Menschen, denen Erscheinungen wie iTunes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_1139" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/08/plattenladen.jpg"><img class="size-medium wp-image-1139" title="plattenladen" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/08/plattenladen-300x200.jpg" alt="Plattenladen in Mainz" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Plattenladen in Mainz (Foto: Frederik Hermann)</p></div>
<p style="text-align: center;"><em>See this needle, see my hand<br />
Drop, drop, dropping it down &#8211; oh, so gently<br />
Well here it comes, I touch the plane&#8230;<br />
Turn me up, won&#8217;t turn you away&#8230;<br />
Spin, spin, spin the black circle</em></p>
<p>Am 17.04.2010 war in England und den USA ein Feiertag. Zumindest für eine bestimmte Interessengruppe: den Platten-Nerd. Platten-Nerds sind Menschen, denen Erscheinungen wie iTunes suspekt sind, deren Vertrauen nicht im mp3-Format liegt, sondern in schwarzen Scheiben. Doch nicht nur der Konsum eines Albums auf Vinyl ist es, auf dem der Zauber liegt, der sie fasziniert. Der Erwerb derselbigen ist mindestens genauso wichtig und von einem besonderen Zauber erfüllt. Platten-Nerds sind Menschen wie du und ich. Naja, zumindest wie ich.<br />
<span id="more-1137"></span><br />
Dieses kleine popkulturelle Phänomen steckt in einer Krise und so schuf der Mensch den Record Store Day. Seit 2008 findet er an jedem dritten Samstag im April statt, um die Kultur der Indie-Plattenläden zu zelebrieren und aufrechtzuerhalten. Dabei erhalten die Initiatoren Unterstützung von namhaften Musikern. Das kann in Form eines Auftritts in einem der teilnehmenden Plattenläden geschehen – den ersten Record Store Day eröffneten Metallica mit einer In-Store-Performance – die gängigere Variante ist aber die, bei der dem Platten-Nerd das Herz noch mehr aufgeht: limitiertes Vinyl. So sah der Record Store Day 2010 die exklusive Veröffentlichung von Platten von den Queens Of The Stone Age über die Editors bis hin zu Blur, die mit der Single „Fool’s Day“ ihren ersten Tonträger seit ihrem Split 2003 beisteuerten. Einen Tag später schon geht die 7&#8243; bei ebay für dreistellige Beträge raus. Daran hat auch der Gratis-Download des Songs auf der Blur-Homepage einen Tag später nichts geändert. Die Zielgruppe, die auf den Original-Tonträger Jagd macht, ist eine andere als die mp3-Generation, der eine Datei genügt.</p>
<p>In Deutschland hat der Record Store Day noch nicht so richtig Fuß gefasst. Kein Wunder, wenn nur von den Plattenladen-Tagen in England und den USA sowie ihren Special Events und Releases berichtet wird. Solche Specials gibt es in Deutschland nicht und ohne Medienaufmerksamkeit lassen sich auch keine Zugpferde in Form von bekannten deutschen Künstlern an Bord holen. Ein Teufelskreis.  Das heißt allerdings nicht, dass ein solcher Tag hier keinen Fuß fassen können muss. Denn so, dass es keine deutsche Vinyl-Kultur gibt, ist es ja auch nicht.</p>
<p>Im Gegenteil: die Verkaufszahlen von Vinyl sind wieder am Wachsen. In den 90ern noch mit etwa 500.000 abgesetzten Schallplatten pro Jahr für so gut wie tot erklärt, sind es 2007 700.000, Tendenz weiterhin steigend. Pikantes Detail: der unabhängige Plattenladen profitiert davon nicht. Hier sind die Umsätze stetig am fallen, innerhalb von zehn Jahren büßte man hier über die Hälfte der Einnahmen ein. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Nicht nur ist das Internet zur Beschaffungsquelle Nummer 1 herangewachsen, auch große Ketten wie Saturn oder Müller haben das Vinyl-Revival erkannt und wieder die eine oder andere Ecke dafür frei gemacht.</p>
<p>Für viele ist da Umdenken angesagt. Uli’s Musicland in Darmstadt etwa hat sich einen neuen Schwerpunkt gesucht. Seit 30 Jahren gibt es den Laden in der Innenstadt schon. Damals noch ein klassischer Plattenhändler mit Schwerpunkt auf den Tonträgern, stehen nun Eintrittskarten im Mittelpunkt. Ein cleverer Zug. Denn während Inhaber Axel Mertink die Vinylkäufer als „Randgruppe“ bezeichnet, wird das Live-Erlebnis eines Konzertes nie in einen Download zu packen zu sein.</p>
<p>Neben Uli’s Musicland gibt es in Darmstadt noch den „Come back“, einen 2nd Hand Laden, bei dem es nicht nur CD und Vinyl gibt, sondern auch DVDs, alte Videospiele und dergleichen mehr. Der Laden ist meist gut besucht, kann durch das günstige 2nd Hand-Angebot mit den Preisen der großen Ketten mithalten. Ein Vorteil, den die „CD Lounge“ in der Wilhelminenstraße nicht hat. Hier gibt es Neuware, die deutlich über dem Normalpreis angeboten werden muss, da man die Vergünstigungen der Massenhändler nicht bekommt. So wird es zu einer Art Idealismus seine Tonträger dort zu erwerben, um den Laden zu unterstützen. Schließlich gäbe es vieles ein paar Ecken weiter viel billiger bei Saturn.</p>
<p>Wer „seinen“ Laden regelmäßig unterstützt, der kennt meistens auch seinen Besitzer. So steht für viele Plattenhändler auch der Plausch mit dem Stammkunden auf der Tagesordnung. Von anderen Kunden wahrgenommen wird der Plattenhändler als Berater und Experte aber eher selten. Außer er macht es einfach. Lucky Star Records ist ein sympathischer kleiner Laden in der Heidestraße in Frankfurt. Der Besitzer hat es sich dort gemütlich eingerichtet, allein schon bei den Öffnungszeiten: Donnerstag bis Freitag von 14 bis 20 Uhr und am Samstag von 11 bis 16 Uhr lauten diese. Als ich dort bin, ist es ein Montag. Der Besitzer sitzt aber gerade in seinem Laden, entdeckt mich und bittet mich und meine Begleiter herein. „Bin ja eh gerade da“.</p>
<p>Der Laden ist zwar klein, aber auch voll. Ich werde fündig, möchte von der britischen 77er-Punk-Legende Buzzcocks eine 7“-Single und eine LP kaufen. Sofort und unaufgefordert schreitet der Mann, der sich Günner nennt, zu seinem PC. „Ich guck‘ mal, ob ich noch was von denen da habe.“ Er informiert sich darüber bei seinem eigenen ebay-Account, über den er zusätzlich zum Laden noch die selben Platten verkauft. „Alles passt hier gar nicht rein, ich habe noch viel mehr auf Lager“, erklärt Günner die Lage. Auch meine Begleitung wird fünfig, sofort entwickelt sich ein kleines Gespräch über die Moldy Peaches (bei denen ein gewisser Adam Green spielte).</p>
<p>Günner kennt die Geschichten hinter der Musik, die er verkauft und kann somit einen Service anbieten, den ich bei Saturn- oder  Müller-Verkäufern noch nie erlebt habe. Denen musste ich den Bandnamen „Eels“ buchstabieren. Der Independent-Plattenhändler hingegen kennt oft nicht nur die Band, er kennt auch noch die Discographie und weitere Hintergründe. Und während Günner redet, freut sich der Platten-Nerd in mir schon auf das zu Hause wartende Ritual&#8230;</p>
<p style="text-align: center;"><em>You&#8217;re so warm<br />
oh, the ritual<br />
when I lay down your crooked arm<br />
Spin, spin, spin the black circle<br />
(Textauszüge: Pearl Jam &#8211; &#8220;Spin The Black Circle&#8221;)</em></p>
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		<title>Programmkinos</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 11:46:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laura</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Brad Pitt muss draußen bleiben
 
Fern von der vielbefahrenen Schnellstraße, der tagsüber hoch frequentierten Einkaufsmeile und den gut besuchten Restaurants im Stadtkern. Frankfurts Westend. Ein weißes Banner mit der Aufschrift „Kino&#38;Kantine“ an der Längsseite eines unscheinbaren Gebäudes sagt uns, dass wir richtig sind.

Das Orfeo’s Erben ist eines von sechs Programmkinos in Frankfurt. Junge, unbekannte Regisseure, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.2cm; direction: ltr; color: #000000; text-align: left; widows: 2; orphans: 2 } 		A:link { color: #0000ff; so-language: zxx } --><strong style="font-size: 12px;">Brad Pitt muss draußen bleiben</strong></p>
<p><strong style="font-size: 12px;"> </strong></p>
<div id="attachment_1125" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><strong style="font-size: 12px;"> </strong><strong><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/DAS_Kino.jpg"><img class="size-medium wp-image-1125" title="Orfeos_Kino" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/DAS_Kino-300x240.jpg" alt="" width="300" height="240" /></a></strong><p class="wp-caption-text">Der Kinosaal des Orfeo&#39;s Erben (Foto: Orfeo&#39;s Erben)</p></div>
<p>Fern von der vielbefahrenen Schnellstraße, der tagsüber hoch frequentierten Einkaufsmeile und den gut besuchten Restaurants im Stadtkern. Frankfurts Westend. Ein weißes Banner mit der Aufschrift „Kino&amp;Kantine“ an der Längsseite eines unscheinbaren Gebäudes sagt uns, dass wir richtig sind.</p>
<p><span id="more-1118"></span></p>
<p>Das Orfeo’s Erben ist eines von sechs <span style="color: #0000ff;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.programmkino.de/cms/kontakt.php?bst=f">Programmkinos in Frankfurt</a></span></span>. Junge, unbekannte Regisseure, von denen kaum jemand etwas gehört hat. Produktionsfirmen deren Internetseiten nicht viel mehr als ein Kontaktformular bieten. Low-Budget-Filme ohne Spezialeffekte, ohne Brad Pitt. Und das passende Kino dazu in einigen wenigen Räumen im Frankfurter Westend. Wer verirrt sich dorthin? Und warum?</p>
<p>„<em><strong>Wir möchten Sie unterhalten, berühren und manchmal auch nachdenklich stimmen, oder Sie tragen’s einfach mit Humor – wie Sie wollen.“</strong></em></p>
<p>Jeden Abend gibt es nur drei Vorstellungen. Drei verschiedene Filme. Das Programm wird aus dem aktuellen Angebot der Filmverleiher zusammengestellt. Es wechselt jede Woche.</p>
<p>Zudem gebe es jährlich im September eine Fachmesse für Programmkino-Betreiber in Leipzig, erklärt Kinoleiterin Antje Witte. Dort würden viele Filme, die innerhalb des nächsten halben Jahres anlaufen, im Voraus gezeigt. Spannend seien natürlich auch Filmfestivals wie die Berlinale, das Münchener Filmfest und Filmfest Hamburg. Nach Cannes bräuchten sie gar nicht erst zu fahren: „Da ist noch nicht mal der Milchkaffee bezahlbar.“.</p>
<p>Auch die Spätvorstellung <span style="color: #0000ff;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.pornographyathriller.com/index.php">„Pornography – Ein Thriller“</a></span></span> wurde auf über 24 Festivals in den USA gezeigt und kontrovers diskutiert. Das Debüt des 38-Jährigen Regisseurs <span style="color: #0000ff;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.davidkittredge.com/">David Kittredge</a></span></span> ist – wie der Name vermuten lässt &#8211; eine Mischung aus Schwulen-Porno und Thriller mit einer eigenwilligen Konstruktion aus Handlungs- und Zeitebenen à la David Lynch. Nicht unbedingt ein Film für die breite Masse.</p>
<p>Doch darum geht es in der Branche des Arthouse Kinos auch gar nicht. Ganz bewusst meidet sie Blockbuster und aufwendige Hollywood-Produktionen. Stattdessen werden ästhetisch anspruchsvolle Filme gezeigt, die mit ausgefallenen Kameraperspektiven oder einer innovativen Storyline arbeiten. Oft fassen die Betreiber Filme zu Themenabenden zusammen. Es geht darum, eine Botschaft zu vermitteln. Der Kinobesuch soll Unterhaltung, Kunst und Kultur miteinander verbinden.</p>
<p>Das ist inzwischen gar nicht mehr so einfach. In den letzten Jahren seien v<span style="color: #000000;">iele deutsche Filme mit Hilfe von Fernsehgeldern entstanden. Da entwickle sich der Film eher nach den Sehgewohnheiten der Fernsehzuschauer als nach den Sehgewohnheiten im Kino, sagt Witte. Die Drehbücher würden teilweise verändert, sodass sie ins Fernsehen passen. Ihr gefalle das nicht. „Das Knackige, Individuelle fehlt oft.“ </span></p>
<p><em><strong>Kunst statt Kommerz.</strong></em></p>
<p><em><strong> </strong></em></p>
<div id="attachment_1134" class="wp-caption alignnone" style="width: 270px"><em><strong><em><strong><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/Orfeologo1.jpeg"><img class="size-full wp-image-1134" title="Orfeologo" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/Orfeologo1.jpeg" alt="" width="260" height="198" /></a></strong></em></strong></em><p class="wp-caption-text">Das Programmkino Orfeo&#39;s Erben in Frankfurt (Foto: Orfeo&#39;s Erben)</p></div>
<p><em><strong> </strong></em><em><strong><br />
</strong></em></p>
<p>Als wir durch die Eingangstür treten, blicken wir auf eine Reihe stilvoll eingedeckter Tische. Rote Tischdecke, weiße Servierten. Das silberne Besteck reflektiert einladend das schummrige Licht. Links von uns die Bar, dahinter weitere Tische. Das Orfeo’s Erben ist Kino und Restaurant zugleich. Was es denn im Gegensatz zu seinen Konkurrenten noch auszeichne?„<span style="color: #000000;">Wir gestalten ein schönes, abwechslungsreiches Programm mit vielen Gästen aus der Filmbranche, das seine Zielgruppen erreicht“, antwortet Witte nicht ohne Stolz. Im Orfeo’s sind oft Jungregisseure oder Schauspieler zu Besuch, um über sich und ihre Filme zu plaudern.</span></p>
<p>Eine Dame mit schwarzem Lockenkopf und Piercing spült Gläser. Ein Mann sitzt, uns den Rücken zugekehrt, an der Theke und isst einen Salat. Er trägt blonde, zum Zopf gebundene Haare und eine Brille mit dickem schwarzem Kunststoffrahmen.</p>
<p>Der Mann mit dem Pferdeschwanz erhebt sich kauend und umrundet den Tresen. „Ihr seht so aus, als könntet ihr Studenten sein“, meint er. Nickend zahlen wir 6,50 Euro und nehmen zwei grüne Kartonstreifen in Empfang. Solche, wie man sie aus dem Freibad kennt.</p>
<p>Ich wage die Frage, wie man als Programmkinobetreiber denn so über die Runden komme. Kann man davon überhaupt leben? „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“, antwortet die Kinoleiterin ausweichend. Ebenso sei der Verdienst.</p>
<p>Eine institutionelle Förderung gibt es nicht. Es besteht jedoch die Möglichkeit finanzielle Zuschüsse in Form von jährlichen Preisen für das Filmprogramm  zu bekommen. Zum einen versucht das B<span style="color: #000000;">undesministerium für Kultur und Medien Künstler zu stärken, zum anderen ist auch der Hessische Kinopreis bei den Kinobetreibern begehrt. Jurys entscheiden jeweils über eine Auszeichnung sowie über die Höhe des Preisgeldes.</span></p>
<p>Das Orfeo&#8217;s ist ein kleines, aber rentables Unternehmen. Die Mitarbeiter kann Witte beinahe an einer Hand abzählen. Die Inhaber <span style="color: #000000;">Harry Dehnhardt und Andreas Lucas</span> sind gleichzeitig Geschäftsführer des Orfeo’s Erben. Gary Green und seine Stellvertreterin Sofia Specht leiten das Restaurant. Ansonsten gebe es noch einige Servicekräfte und Filmvorführer.</p>
<p><em><strong>Kino und Kantine.</strong></em></p>
<p><em><strong> </strong></em></p>
<div id="attachment_1127" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><em><strong><em><strong><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/RESTAUR.2.jpg"><img class="size-medium wp-image-1127" title="Orfeos_Restaurant" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/RESTAUR.2-300x240.jpg" alt="" width="300" height="240" /></a></strong></em></strong></em><p class="wp-caption-text">Blick zur Bar (Foto: Orfeo&#39;s Erben)</p></div>
<p><em><strong> </strong></em></p>
<p>Nachdem wir uns etwas zu trinken bestellt haben, trudeln noch weitere Besucher ein. Sie scheinen sich auszukennen. Herzliche Begrüßungen. Die Bardame spricht einzelne Gäste mit Namen an.</p>
<p>Es geht hier nicht darum, das Geld in Säcken nach Hause zu tragen. Es ist das Gefühl etwas Anderes, etwas Eigenes zu machen. Es ist die Liebe zum Film. Und die lockt auch das Publikum. „Geschäftsleute, Banker und ganz ‚normale‘ Menschen genauso wohl wie Cineasten, Filmemacher und Studenten.“ Da ist es egal, ob das Kino im Zentrum oder im abgelegenen Westend liegt. Man kommt, um einen besonderen Abend zu erleben. Auf der Speisekarte locken „in Sesam paniertes Zitronengrashähnchen“ und „Spargelrisotto mit getrockneten Tomaten und Pinienkernen“. Die Terrasse lädt zum gemütlichen Beisammensitzen vor, oder angeregten Gesprächen nach dem Film ein.</p>
<p>Während wir an unseren Getränken nippen, genießen wir die lockere Atmosphäre und fühlen uns fast wie zuhause.</p>
<p><em><strong>Film ab!</strong></em></p>
<p><em><strong> </strong></em></p>
<div id="attachment_1130" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><em><strong><em><strong><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/Bar_Kinotür.jpg"><img class="size-medium wp-image-1130" title="Orfeos_Kinotür" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/Bar_Kinotür-300x240.jpg" alt="" width="300" height="240" /></a></strong></em></strong></em><p class="wp-caption-text">Tür auf für die nächste Vorstellung (Foto_ Orfeo&#39;s Erben)</p></div>
<p><em><strong> </strong></em><em><strong><br />
</strong></em></p>
<p>Dann öffnet sich die Tür. Die Kinobesucher der vorherigen Vorstellung verlassen den Saal. Wenige Augenblicke später suchen wir uns einen Platz in der Mitte. Da sei der Ton am besten, habe ich gehört. Die breiten Sessel sind mit einem blau-weißen Muster im Achtziger-Jahre-Stil bezogen und stammen ursprünglich aus einem Flugzeug. Sie knarzen als wir uns hineinfallen lassen und zufrieden feststellen, dass sich die Rückenlehnen verstellen lassen. Ich lege die Füße hoch. Außer uns haben es sich noch 13 weitere Gäste bequem gemacht als der orangene Samtvorhang den Blick auf die Leinwand freigibt.</p>
<p>„Pornography – A Thriller“ läuft in englischer Sprache. Die <span style="color: #0000ff;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.programmkino.de/cms/news.php?bereich=10">Filme im Programmkino</a></span></span> werden meist im Originalton, nicht in der Synchronfassung gezeigt. Untertitel helfen denen, die der Sprache nicht problemlos folgen können. Ziel hierbei ist Authentizität und eine unverfälschte Botschaft.</p>
<p>Dass es der Film letztendlich nicht schafft, uns zwei Stunden lang an den Sessel zu fesseln, ist gar nicht so schlimm. Denn die Kinostühle sind so gemütlich und die Apfelsaftschorle so erfrischend, dass man die wirren Szenen auf der Leinwand mit entspannt übereinander geschlagenen Beinen und einem wohligen Grinsen verfolgt.</p>
<p><span style="color: #808080;"><em>von Laura Bernschein</em></span></p>
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		<title>Sahu-Re, der Sohn des Re, des ewig Wiedergeborenen!</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 14:35:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anna</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Kopf macht eine Zeitreise von 4500 Jahren in die Vergangenheit und befindet sich in Abusir –ein Ort nahe dem heutigen Kairo. Der Rest meines Körpers ist im Liebighaus in Frankfurt. Ich besuche die Ausstellung „Sahure – Tod und Leben eines großen Pharao“. Im ersten Ausstellungsraum begrüßt mich das Modell von Sahures Tempelanlage. Es versetzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1106" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/sahure-liebighaus1.jpg"><img class="size-medium wp-image-1106" title="sahure-liebighaus" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/sahure-liebighaus1-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Liebighaus (Foto: Anna-Lena Noureldin)</p></div>
<p>Mein Kopf macht eine Zeitreise von 4500 Jahren in die Vergangenheit und befindet sich in Abusir –ein Ort nahe dem heutigen Kairo. Der Rest meines Körpers ist im Liebighaus in Frankfurt. Ich besuche die Ausstellung <a href="http://www.liebieghaus.de/lh/index.php?StoryID=357">„Sahure – Tod und Leben eines großen Pharao“</a>. Im ersten Ausstellungsraum begrüßt mich das Modell von Sahures Tempelanlage. Es versetzt mich zurück ins Jahr 2420 vor Christus, zur Zeit seiner Regentschaft.</p>
<p><span id="more-1086"></span><!--more--></p>
<p>Vom Taltempel am Nilufer aus laufe ich den 235 Meter langen „Anstieg“ zum Pyramidentempel des Pharaos Sahure empor. Nur durch einen kleinen Spalt in der Decke fließt Licht in den ansonsten dunklen und kühlen Gang. Vor mir erhebt sich der Tempel. In ihm befindet sich das Allerheiligste, der Totenkultraum. Hier bin ich jetzt angekommen und mein Blick ist auf die „Scheintür“ an der Rückwand des Raumes gerichtet. Die Tür lässt sich von Menschenhand nicht öffnen. Sie ist die Schwelle zwischen Diesseits und Jenseits durch die „Ka“ &#8211; die Seele des Pharaos – nach vom Totenreich zurück in unsere Welt gelangen kann. Denn auch nach seinem Tod soll der Pharao weiterhin für die Aufrechterhaltung der Weltordnung „Maat“ sorgen.</p>
<p>Warum er ein „großer Pharao“ war und trotzdem den meisten kein Begriff ist? Das mag daran liegen, dass seine Vermächtnisse nicht aus Gold oder einer gut erhaltenen Mumie bestehen wie bei Ramses oder Tut ench Amun &#8211; den Celebrities unter den Pharaonen. Sahures Hinterlassenschaften sind die 10.000 qm einzigartigen Reliefs in seiner Tempelanlage. Er hat ein Bilderbuch des alten Ägyptens geschaffen, welches auch lange nach seinem Tod als Kopiervorlage diente. Auch heute noch finden sich bei Ausgrabungen an seiner Tempelanlage reich verzierten Steinblöcke, auf denen Alltagsszenen wie die Jagd oder Illustrationen von großen Feierlichkeiten in den Stein geritzt sind.</p>
<p>Ich bin wieder im Jahr 2420 v.Chr. auf dem Aufweg. Links und rechts von mir erheben sich die bunt bemalten Reliefs an den Wänden. Im Vorbeigehen sehe ich wie der König hochrangige Beamte ehrt, wie er auf dem Sedfest seine Kräfte erneuert, ich sehe wie die Soldaten des Königs zu seinem Schutz eilen. Schon im Taltempel haben mich diese Bilder empfangen und auch im Pyramidentempel werde ich sie bewundern können.</p>
<p>Im <a href="http://www.liebieghaus.de/lh/">Liebighaus</a> hängen viele Nachbildungen und einige wenige Originale dieser Reliefs an schwarzen Wänden. Auch der Boden ist aus schwarzem Gestein, ein Sockel erstrahlt in Terrakottafarben – eine Reminiszenz an die in der Tempelanlage verwendeten Materialien, wie schwarzer Basalt, roter und schwarzer Quarzit.</p>
<p>Mein Kopf reist wieder in der Geschichte zurück. Die Bilder um mich herum lassen das Abbild Sahures vor mir erscheinen. Seine Dominanz und seine Kraft vermittelt mir vor allem eine Statue aus schwarzem Gestein, an der ich auf dem Weg durch die Tempelanlage vorbeigehe. Sie ist aus „Gneiss“, einem seltenen und teuren Stein aus dem fernen Nubien. Nur Könige dürfen ihr Abbild aus diesem Stein anfertigen lassen.</p>
<p>Exklusiv in einem runden Raum des Liebighauses befindet sich die bisher einzige erhaltene Statue von Sahure. Muskulös und aufrecht sitzt er auf seinem Thron. Konzentriert blickt der Pharao geradeaus. Die linke Hand hat er zur Faust geballt. „Vor Ihnen sitzt Sahure“, spricht ein Sprecher der Audioführung. Imposant ragt er über mir auf. Neben ihm steht eine „Gau-Gottheit“, ein namenloser Gott Unterägyptens. Diese Statue vermittelt die Kraft und den Elan, die Sahure zu Lebzeiten ausgestrahlt haben mag, in einer idealisierten Form.</p>
<p>Ich bin auf dem Weg aus dem Tempel hinaus ans Nilufer. In einem der Räume, an denen ich vorbei gehe, befinden sich Schriftrollen. Auf ihnen sind die Inhalte der Vorratskammern gelistet. Es sind Rechnungen für die Lieferanten und Akten und Dokumente, die dazu dienen „Maat“ aufrecht zu erhalten.</p>
<p>Die spektakulären Papyri-Funde in Sahures Tempelanlage boten erstmals einen detailgetreuen Einblick in den damaligen Tempel-Alltag. Im Liebighaus wird auch eine Nachbildung des „Westcar-Papyrus“, benannt nach dem Entdecker der Schriftrolle, gezeigt. Die Söhne des Pharaos Cheops erzählen ihrem Vater hier fünf Wundergeschichten. Im letzten Absatz wird die Legende von Sahures Geburt wiedergegeben. So heißt es, dass der Sonnengott Re auf die Erde kommt, um mit der menschlichen Frau eines gewöhnlichen Priesters Drillinge zu zeugen. Diese werden nacheinander das Königsamt bekleiden.  Einer dieser Sonnensöhne war Sahure, der große Pharao, der die Welt nachhaltig beeindruckt hat. Mit seiner Tempelanlage, den Reliefs und den Papyri hat die Wissenschaft ihn als einen unschätzbaren Botschafter für das alte Ägypten erfahren.</p>
<p>Sahu-Re, der Sohn des Re, des ewig Wiedergeborenen!</p>
<p><em>Von Theresa Löffler und Anna-Lena Noureldin</em></p>
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		<title>Endstation Bahnhofskunst</title>
		<link>http://kulturblog.org/?p=1056</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Jul 2010 17:56:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bettinat</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Straße]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnhof]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>

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		<description><![CDATA[
Frankfurt hat viele Gesichter. Doch egal, ob man die Stadt zum  Einkaufen, Arbeiten oder als Urlauber besucht, jede Reise führt durch  das riesige U-Bahn-Netz. Es prägt das Stadtbild auf seine spezielle  Weise und zwischen Fahrscheinautomat und Bahngleis verbirgt sich so  manches unbeachtete und doch bemerkenswerte Kunstwerk. Ein paar  Highlights aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/collage-hbf.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1057" title="collage hbf" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/collage-hbf-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Frankfurt hat viele Gesichter. Doch egal, ob man die Stadt zum  Einkaufen, Arbeiten oder als Urlauber besucht, jede Reise führt durch  das riesige U-Bahn-Netz. Es prägt das Stadtbild auf seine spezielle  Weise und zwischen Fahrscheinautomat und Bahngleis verbirgt sich so  manches unbeachtete und doch bemerkenswerte Kunstwerk. Ein paar  Highlights aus der wohl schmutzigsten Galerie der Stadt.</p>
<p><span id="more-1056"></span></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Willy-Brandt-Platz</span></strong></p>
<p><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/COLLAGE-WILLYBPLATZ.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1058" title="COLLAGE WILLYBPLATZ" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/COLLAGE-WILLYBPLATZ-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><br />
Als die Station Willy-Brandt-Platz 1973 in Betrieb genommen wurde, dienten die Lautsprecher an den Decken noch zur Live-Übertragung von Konzerten aus dem darüber liegenden Schauspielhaus. Auch wenn diese heute nicht mehr benutzt werden, ist die städtische Bühne besonders im ersten Tiefgeschoss mit vielen Gesichtern präsent. Das Archäologische Museum und verschiedene Pop-Musiker hinterlassen beim Durchqueren der Station mit subtiler Werbung ebenfalls Eindrücke.<br />
Das Kacheldach der Station mag vielen Pendlern gar nicht auffallen. So wollte das Frankfurter Architektenteam „Bartsch-Thürwächter-Weber“ mit raffinierten Details von der tristen Untergrund-Atmosphäre ablenken. Dafür sorgen die Glasscheiben, die eigentlich die Zuwege abtrennen sollen, für Desorientierung.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Konstablerwache</span></strong></p>
<p><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/collagekonsti.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1059" title="collagekonsti" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/collagekonsti-300x124.jpg" alt="" width="300" height="124" /></a></p>
<p>Die Konstablerwache ist ein Hauptknotenpunkt des Frankfurter Nahverkehrsnetzes. Hier muss der Fahrgast nicht einmal den Bahnsteig wechseln, um von der U-Bahn direkt in die S-Bahn zu hüpfen– eine in Deutschland einzigartige Bauweise. In den 80er-Jahren sollte die düster wirkende Station mit „hellen freundlichen Materialien“ aufgefrischt werden und an die Zeil angepasst werden. Jüngere Generationen sehen in den aus der Mode gekommenen Gelb- und Brauntönen wohl eher  eine klassische „Eighties-Sünde“.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Römer</span></strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/collage_römer.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1060" title="collage_römer" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/collage_römer-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><br />
</span></p>
<p>Den roten Mainsandstein hat Architekt Max Meid bei der Neugestaltung der Station „Dom/Römer“ 1988 beibehalten. Meid und sein Partner gehörten in den 50er-Jahren zu den bedeutendsten Architekten der Nachkriegsmoderne. Auch das Friedberger Tor im Norden der Innenstadt ist sein Werk. Fragmente aus der im Krieg zerstörten Altstadt zieren die offene Rotunde (ein Baukörper mit einem kreisförmigem Grundriss) des ersten Tiefgeschosses. Dabei durchbrechen knallige Schriftbilder in Pink und Grün das traditionelle Erscheinungsbild. Faktische Aussagen wie „U-Bahn fahren ist keine Kunst“, bringen  den Kunstbegriff auf  kreative Weise ins Spiel. Ganz nebenbei wird der Fahrgast ermutigt, sich in der nahe liegenden „Schirn Kunsthalle“  doch mal „richtige Kunst“ anzusehen.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Parlamentsplatz</span></strong></p>
<p><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/collageparlamentsplatz.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1061" title="collageparlamentsplatz" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/collageparlamentsplatz-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Die abstrakt-moderne Architektur der Station Parlamentsplatz stammt aus dem Jahr 1992. Hinter der Idee, alltägliche Konsumgüter in schwarz-weißen Emailletafeln darzustellen, steckt Udo Koch. Er ist gebürtiger Offenbacher und preisgekrönter Absolvent der Frankfurter  „Städelschule“. Inspiriert wurde er von dem opulenten Werbeprospekt eines Großmarktes. Wartende Pendler erkennen, wenn sie genau hinschauen, Lampen, Würstchen, Skifahrer, Gläser und Flaschen auf  dem schwarz-weißen Muster.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Zoo</span></strong></p>
<p><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/collage_zoo.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1062" title="collage_zoo" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/collage_zoo-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Auf einem Elefant oder einer Schildkröte herum klettern, während man auf den Zug wartet &#8211; Das macht jeder Kindergartengruppe Spaß, wenn es nach einem Zoobesuch wieder nach Hause fährt. Die farbenfrohe Wandgestaltung entstammt der Hand von Hildegard Lackschewitz. Mit der Arche Noah und dem Regenbogen als Verbindung zwischen Gott und den Menschen stellt die Malerin religiöse Bezüge her und sorgte 1986 für Kontroverse. Die für U-Bahnstationen eher ungewöhnliche Bauweise wird von einer Kassettendecke geprägt. Das indirekt einfallende Tageslicht trägt zu einer freundlichen Atmosphäre bei und lässt die obere Halle optisch höher wirken.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Eissporthalle</span></strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/COLLAGEEISSPORTHALLE1.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1081" title="COLLAGEEISSPORTHALLE" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/COLLAGEEISSPORTHALLE1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><br />
</span></p>
<p>Auch die Eissporthalle hat ihr kühles Erscheinungsbild einem Städelschüler zu verdanken. Der gebürtige Österreicher Gerald Domenig ist Wahlfrankfurter und stellt seine Fotografien und Zeichnungen auch im städtischen Polizeipräsidium aus. Die 1992 entworfenen Tafeln in Weinrot zeigen Motive der Umgebung und die Bauarbeiten der Station – zusammengeführt unter dem Hauptthema „Eis“. Der Fahrgast schaut durch die Bilder wie Fenster und vergisst die Enge des Tunnels -  so Domenigs Idee.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Habsburger Allee</span></strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/collage_habsb.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1064" title="collage_habsb" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/collage_habsb-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><br />
</span></p>
<p>Insgesamt 60 Esel beladen mit „den Lasten unserer Zeit“ &#8211; so beschreibt die Frankfurter Verkehrsgesellschaft die Gestaltung der Station „Habsburger Allee“. Entworfen wurde diese moderne Interpretation der „Reise nach Jerusalem“ von Künstler Manfred Stumpf  (schon wieder ein Städelschüler) 1992 am Computer. „Unsere Zeit“ wird durch Gegenstände wie Blaulichter,  Zigarettenschachteln oder Panzer verbildlicht. Dabei will Stumpf offen lassen, ob die in Fahrtrichtung trottenden Esel Mahnung oder Spiegelbild für den Betrachter sind.</p>
<p>von Bettina Taylor (Fotos: Bettina Taylor)</p>
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		<title>&#8220;Ihr seid doch die mit den Leichen!&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 17:46:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[
Mit dem Aufzug geht es ins Untergeschoss. Die Pathologie ist ausgeschildert. Es geht einen langen dunklen Gang entlang, an dessen Decke matt flackernde Neonröhren für gedämpftes Licht sorgen. Langsam und knarrend öffnet sich die Tür, und gibt einen grauenhaften Blick frei: In einem weiß gekachelten Raum steht ein grauhaariger alter Mann mit blutbesprenkelter Schürze und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1023" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/DSC_0358.jpg"><img class="size-medium wp-image-1023" style="border: 1px solid black;" title="DSC_0358" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/DSC_0358-300x199.jpg" alt="Foto: Felix Zurbrüggen" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Kein Dunkelkeller: Einblick in die Pathologie.   (Foto: Zurbrüggen)</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p>Mit dem Aufzug geht es ins Untergeschoss. Die Pathologie ist ausgeschildert. Es geht einen langen dunklen Gang entlang, an dessen Decke matt flackernde Neonröhren für gedämpftes Licht sorgen. Langsam und knarrend öffnet sich die Tür, und gibt einen grauenhaften Blick frei: In einem weiß gekachelten Raum steht ein grauhaariger alter Mann mit blutbesprenkelter Schürze und einem tropfenden Skalpell. Er wendet seinen irren Blick vom geöffneten Leichnam ab, und sieht mir direkt in die Augen…</p>
<p>Ganz so war es…nicht. Die Pathologie-Wahrheit sieht anders aus.<br />
<span id="more-1012"></span></p>
<p><strong> – Ein Besuch in der Pathologie des Frankfurter Nordwest-Krankenhauses </strong></p>
<div id="attachment_1013" class="wp-caption aligncenter" style="width: 312px"><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/DSC_0322.jpg"><img class="size-medium wp-image-1013" style="border: 1px solid black;" title="DSC_0322" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/DSC_0322-300x199.jpg" alt="" width="302" height="207" /></a><p class="wp-caption-text">Das Frankfurter Nordwest-Krankenhaus aus dem Innenhof der Pathologie  (Foto: Zurbrüggen)</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p>Freundlich lächelnd empfängt mich Dr. Battmann, mein heutiger Pathologie-Guide, in einem Lichthof des Krankenhauses. Patienten trinken Kaffee, die Sonne lacht und Vögel zwitschern vor sich hin. Vom Innenhof führt ein lichtdurchfluteter Gang in die pathologische Abteilung. „Ich muss sie leider enttäuschen, sezierte Leichen gibt es hier nicht. Was sie in einschlägigen Fernsehserien zu sehen bekommen, ist nicht unsere Welt“, erzählt der 47-Jährige. Für so etwas sei die Rechtsmedizin zuständig, und selbst die seien im TV nicht immer realistisch dargestellt. Diese verschiedenen medizinischen Bereiche werden gemeinhin gerne verwechselt. Rechtsmediziner beschäftigen sich nur mit der Klärung unnatürlicher Todesursachen.  Die Hauptaufgabe eines Pathologen besteht jedoch darin, richtige Diagnosen für erkrankte Patienten zu stellen. Sie untersuchen Art und Schweregrad einer Krankheit, anhand von operativ entfernten Organen oder Gewebeproben. Im Fall einer Krebserkrankung oder nach Feststellung eines Tumors sind sie es, die Gut-oder Bösartigkeit feststellen. Wenn es für den Patienten heißt: „Die Ergebnisse sind jetzt da!“, dann kommen diese direkt aus der Pathologie. „Wir sind nicht „die mit den Leichen“, sondern betreiben Diagnostik für die Lebenden“, erklärt Dr. Battmann. Dazu werden Gewebestücke zu Schnittpräparaten verarbeitet, die dann unter einem Mikroskop untersucht werden. Größere Präparate werden zuerst mit dem bloßen Auge untersucht.</p>
<div id="attachment_1014" class="wp-caption aligncenter" style="width: 209px"><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/DSC_0327.jpg"><img class="size-medium wp-image-1014" title="DSC_0327" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/DSC_0327-199x300.jpg" alt="Dr. Gollnick an seinem Arbeitsplatz" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Dr. Gollnick an seinem Arbeitsplatz.   (Foto:Zurbrüggen)</p></div>
<p>So auch jetzt: Als wir Dr. Gollnick an seinem Arbeitsplatz besuchen, öffnet er grade eine Plastikbox. Ohne Vorwarnung holt er den operativ entfernten Uterus einer Patientin heraus, und hält ihn mir unter die Nase. Es ist ein undefinierbarer Klumpen, der entfernt an ein verstümmeltes Brathähnchen erinnert. „Nichts für schwache Nerven, oder?“ frage ich. Dr. Gollnick sieht es gelassen: „Ich würde mich nicht als abgehärtet beschreiben. Das ist doch nix Böses, nichts Unnormales. Alles, was wir untersuchen ist schließlich in uns drinnen, das sind Teile unseres Körpers“. Eine einigermaßen stabile Psyche brauche ein Pathologen aber schon, ergänzt Dr. Battmann.</p>
<div id="attachment_1015" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/DSC_0331.jpg"><img class="size-medium wp-image-1015" style="border: 1px solid black;" title="DSC_0331" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/DSC_0331-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Ein operativ entfernter Uterus.  (Foto:Zurbrüggen)</p></div>
<p>Der Privatdozent hat als Arzt im Praktikum erste Erfahrungen in diesem Bereich der Medizin gesammelt. „Pathologe wird man nicht, Pathologe bleibt man“, sagt er. Obwohl die meisten Medizinstudenten eher als letztes an die Pathologie als Tätigkeitsbereich denken, ist er sehr glücklich mit seinem Beruf. Es sei die Vielseitigkeit, die den Reiz ausmache. „Man sieht viele Dinge, die man im normalen Leben nie zu Gesicht bekäme“. Ich muss an den Uterus denken, und kann diese Aussage nur bestätigen.</p>
<p>Am wichtigsten ist jedoch der Arzt und dessen Arbeitsweise. „Wir wollen ja nicht, dass auf einmal jemand an einem Tumor leidet, der gar keinen hat“, sagt Dr. Battmann. Pathologen seien sehr sensibel, behauptet er. „Wir stellen die Diagnosen nur auf. Ich könnte nie einem Patienten persönlich die Nachricht überbringen, dass er eine tödliche Krankheit hat.“ Auf einmal wird das freundliche Gesicht mit der Nickelbrille ernster. „Auf einer Party weigerte sich eine Frau mal, mir die Hand zu geben, nachdem sie erfuhr, dass ich Pathologe bin. Die dachte wohl, ich hätte den Tod an den Händen. Das war schon obskur“, erinnert sich der Pathologe im Poloshirt. Schon grinst er wieder: „Schon komisch, dass die Leute nichts mit dem Tod am Hut haben wollen, wo er doch das einzig Gewisse im Leben eines Menschen ist.“</p>
<div id="attachment_1016" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/DSC_0337.jpg"><img class="size-medium wp-image-1016" style="border: 1px solid black;" title="DSC_0337" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/DSC_0337-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Zwei Augen sehen besser: Pathologie-Direktor Dr. Altmannsberger und Dr. Battmann (v.l)  (Foto:Zurbrüggen)</p></div>
<p>Als wir an der Kantine vorbeikommen, beginnen seine Augen zu leuchten. „Hier rette ich jeden Tag Leben! Mein eigenes, vor dem Hungertod“. Mein Bild des kaltherzigen Sonderlings am Seziertisch ist komplett widerlegt, als er das hier zum Besten gibt: „Ein Arzt führt seinen Patienten in Richtung Pathologie, als dieser einwendet: ‚Ich bin doch noch gar nicht tot!‘ – ‚Wir sind ja auch noch nicht da‘, entgegnet der Arzt“.</p>
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		<title>Der alte Mann und das Kino unterm Sternenhimmel</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 11:54:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lukas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[
Ich sitze im Kino. Neben mir steht ein alter Mann. Er scheint sich nicht setzen zu wollen, dafür ist er zu aufgeregt. Ungefragt und aus dem Nichts gegriffen, erklärt er mir das Programm für den heutigen Abend. „Nix hier mit Schpeidermän und Subbermann! Guter Film“, ruft er. Jugendliches Interesse vorgaukelnd nicke ich freundlich. Der alte Mann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_999" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/Open_Air_Kino_Internet1.jpg"><img class="size-medium wp-image-999" title="Open Air Kino der Freilichtbühne Bergstraße (Foto: filmseher.de)" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/Open_Air_Kino_Internet1-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Open Air Kino der Freilichtbühne Bergstraße (Foto: filmseher.de)</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p>Ich sitze im Kino. Neben mir steht ein alter Mann. Er scheint sich nicht setzen zu wollen, dafür ist er zu aufgeregt. Ungefragt und aus dem Nichts gegriffen, erklärt er mir das Programm für den heutigen Abend. „Nix hier mit Schpeidermän und Subbermann! Guter Film“, ruft er. Jugendliches Interesse vorgaukelnd nicke ich freundlich. Der alte Mann redet so laut, dass in jedem „normalen“ Kino schon die ersten Popcorn-Hagel auf ihn niedergeprasselt wären. Aber ich sitze in keinem „normalen“ Kino. Ich sitze im Open-Air-Kino der Freilichtbühne Bergstraße.</p>
<p><span id="more-997"></span></p>
<p>Die am Waldrand von Seeheim-Jugenheim  gelegene Freilichtbühne erinnert mich stark an ein italienisches Amphitheater – nur in klein und provinziell. Stufenweise aufgebaute Sitzreihen aus Stein, spärliche Beleuchtung und vor allem die Tatsache unter freiem Sternenhimmel zu sitzen. All das trägt dazu bei, dass man sich ein bisschen fühlt, wie ein Zeitreisender im antiken Rom. Der große Unterschied: Statt Gladiatorenkämpfen und Wagenrennen bekommt man Theateraufführungen, Konzerte und von Mittwoch bis Samstag Kinofilme zu sehen.</p>
<p>Das Programm ist so abwechslungsreich wie das Publikum. Um mich herum sitzen die verschiedensten Menschen. Von Familien mit Kissen und Decken ausgestattet, über eng umschlungene Pärchen, bis hin zu einem 40 Jahre alten Mann mit zwei Flaschen Rotwein im Gepäck ist alles vertreten. Sehr charmant wie ich finde.</p>
<p>Bei Einbruch der Dunkelheit beginnt der Film. Heute wird „Soul Kitchen“ vom deutschen Kultregisseur Fatih Akin gezeigt. „Ein guter Film“, wie mir der alte Mann nochmals lautstark versichert.</p>
<p>Als die Leinwand gerade hell wird, setzt sich noch eine junge Frau zwischen mich und den alten Mann. Sie ist seine Enkelin. Wir unterhalten uns eine Weile leise und sie erzählt mir, dass ihr Großvater sie schon als Kind mit zu Freilichtbühnen genommen hat. Seitdem komme sie jedes Jahr ein Mal mit ihm hier her. Der Alte nickt zufrieden.</p>
<p>Nach 120 Minuten ist der Film vorbei. Er war gut, aber am Ende ohnehin irgendwie nebensächlich. Die Freiluftbühne hat einen eigenen, ganz Charme und ist in jedem Fall einen Besuch wert. Die junge Frau lächelt mir zu, als sie aufsteht. Der Alte gibt mir zum Abschied die Hand. Ein gelungener Freitagabend.</p>
<p>Von Lukas Korschan.</p>
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		<title>Faszination Schauspiel</title>
		<link>http://kulturblog.org/?p=950</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 19:29:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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Sind eigentlich alle Schauspieler von sich selbst überzeugt? Um eine Rolle oder einen Charakter authentisch vermitteln zu können, bedarf es mehr als bloßes Talent. Eine gute Portion Disziplin, Körpergefühl und das Trainieren von Körpersprache, Sprechweisen und Gesten gehören auch dazu. Woher nehmen die angehenden „Möchtegern-Clooneys“ dieses Landes ihre Selbstsicherheit? Rund ein Drittel von etwa 18 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_1048" class="wp-caption aligncenter" style="width: 396px"><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/Marc-Gewehr.jpg"><img class="size-full wp-image-1048  " title="Marc Gewehr" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/Marc-Gewehr.jpg" alt="" width="386" height="286" /></a><p class="wp-caption-text">Schauspieler Marc Iancu (Foto: Stephen Paris)</p></div>
<p>Sind eigentlich alle Schauspieler von sich selbst überzeugt? Um eine Rolle oder einen Charakter authentisch vermitteln zu können, bedarf es mehr als bloßes Talent. Eine gute Portion Disziplin, Körpergefühl und das Trainieren von Körpersprache, Sprechweisen und Gesten gehören auch dazu. Woher nehmen die angehenden „Möchtegern-Clooneys“ dieses Landes ihre Selbstsicherheit? Rund ein Drittel von etwa 18 000 Schauspielern schlagen sich mit Gelegenheitsjobs, wie Taxifahren oder Kellnern durch. Die Millionen-Gagen und das Blitzlicht-Gewitter sind dabei eher ein Seltenheitsfall und haben wenig mit ihrer Realität zu tun. Es wirkt wie eine Armutsfalle und dennoch verfolgen so viele Menschen diesen vermeintlichen Traumberuf.<br />
Im Gespräch mit zwei angehenden Jungschauspielern, ursprünglich aus Offenbach am Main, befassen wir uns mit seiner Faszination.</p>
<p><span id="more-950"></span></p>
<p><strong>Bugs Bunny vs. Batman</strong></p>
<p>Unterschiedlicher könnten zwei Menschen nicht sein. Rapahel Fülöp (26) ist eine „intuitive Frohnatur“ die gelassen und verspielt mit dem Leben umgeht. Marc Iancu (27) hingegen, wirkt auf dem ersten Blick eher konservativ und zurückgezogen. Der Eine erinnert an Bugs Bunny, der lässig und leichtfüßig alle Probleme meistern kann und der Andere hat ein Hauch von Batman in sich: Distanziert, professionell und ernst.<br />
Doch beide erweisen sich als bodenständige und humorvolle Wesen, die eine gesunde priese Selbstironie besitzen. Während Marc sein Studium bereits hinter sich hat und mittlerweile mit Til Schweiger im neusten König Pilsener –Werbesport zu sehen ist, verbringt Raphael sein Abschlussjahr auf der renommierten Schauspielschule Folkwang in Essen.</p>
<div id="attachment_951" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/Raphi.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-951   " title="Raphi" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/Raphi-150x150.jpg" alt="" width="250" height="259" /></a><p class="wp-caption-text">(Rapahel Fülöp, Foto: Akim Photography)</p></div>
<div id="attachment_952" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/Marc4.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-952    " title="Marc" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/07/Marc4-150x150.jpg" alt="" width="250" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">( Marc Iancu, Foto: Mark Mattingly)</p></div>
<p><strong>Die Jahre der Ausbildung</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Alles hat seinen Anfang. Für die beiden Schauspieler war schon zu Schulzeiten klar, dass sie in diesem Berufszweig ihre Erfüllung suchen. Ihre gemeinsame Zeit im Theaterkurs der Rudolf-Koch-Schule Offenbach, waren die ersten Schritte ins Rampenlicht. Der weitaus größere Schritt dann die staatlich anerkannte Ausbildung, die drei bis vier Jahre dauert und auf Berufsfachschulen und anderen Berufseinrichtungen durchgeführt wird. Grundvoraussetzung ist mindestens ein Hauptschulabschluss sowie ein gesundheitliches Attest, das die Eignung für diesen Beruf bestätigt. In einer Aufnahmeprüfung mussten die beiden Bewerber sich drei selbst gewählte Stücke aus verschiedenen Epochen auswählen und aufführen. Je nach Schule konnten auch Gesangs- oder Improvisationsstücke verlangt werden.<br />
Die Jahre der Ausbildung beinhalten hartes und intensives Training. Wichtige Atemtechniken werden vermittelt, sowie Stimm- und Gehörbildung. Für die körperlichen Aspekte, die für die Charakterdarstellung benötigt werden, lernt ein Schauspieler klassisches Ballett, Jazztanz, Stepptanz, Pantomime und Akrobatik. Das Fechten auf der Bühne und Kampftechniken wie Tai Chi oder Aikido stehen ebenfalls im Lehrplan.<br />
Im letzten Ausbildungsjahr wurden die Schauspieler auf das Vorsprechen vorbereitet. Die erworbenen Fähigkeiten, sowie die erarbeiteten Rollen werden wieder aufgenommen und perfektioniert.</p>
<p><strong>„Ich bin kein Arschkriecher“ – Marc Iancu</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Unsere beiden Schauspieler hatten es im Studium nicht immer leicht. Marc betont, dass er nie ein „Arschkriecher“ war. Die Quittung: seine Dozentin bezeichnete ihn als blöd, arrogant und selbstverliebt. Marc dazu: „Niemand ist perfekt, um weiterzukommen musst du auch sagen was Scheiße war“. Selbstvertrauen brachte ihm immerhin den gemeinsamen Dreh mit Til Schweiger &#8211; für Marc ein Motivationsschub.<strong> </strong></p>
<p>Nichtsdestotrotz ist der Alltag für Schauspieler oft  eine düstere Angelegenheit. Die Beschäftigungsbedingungen und Gagen sind in der Regel frei ausgehandelt. Die meisten Schauspieler sind dabei weitgehend den Konditionen der jeweiligen Arbeitgeber ausgeliefert, man lebt von der Hand in den Mund, Starallüren sind nicht angebracht.</p>
<p><strong>„Ich gehe davon aus, dass ich keinen Plan B brauche.“ – Raphael Fülöp</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Für die Studierenden in Raphaels Jahrgang  der Folkwang Schule ist diese Realität noch ein halbes Jahr entfernt. Beim Theatertreffen in Leipzig konnten sie  gleich zwei der begehrten Preise mit nach Hause nehmen. Vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gab es den höchstdotierten Ensemblepreis (7000 Euro), sowie den Publikumspreis ausgezeichnet mit 1000 Euro. „Mein Leben könnte nicht besser verlaufen“, teilt uns Raphael freudig mit. Bei der Frage ob er sich eine alternative Zukunftsgestaltung aus den Ärmeln ziehen könne, meint er nur, dass er keinen „Plan B“ braucht.</p>
<p><strong>Warum Schauspiel?</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Die vorherrschende öffentliche Wahrnehmung vom Schauspieler ist immer noch das Bild des begnadeten Künstlers und gefeierten Stars. Dabei übersieht man jedoch, dass sich die breite Masse der Schauspieler mit temporärer Arbeitslosigkeit, Saisonverträgen in Theatern, zwischenzeitlichem Gelderwerb als Kellner oder Taxifahrer und dem ständigen Kampf um die Gunst von Vermittler und Regisseuren herumschlagen müssen.<br />
Weder Marc noch Raphael erwarten für sich wirklich einmal den Status eines Hollywoodstars. Aber vielleicht ist es gar nicht der rote Teppich und der Fliegenschwarm an Fotografen, der einem umringt, was die Schauspieler anstreben. „Sein Hobby zum Beruf machen und das direkte Feedback für seine Leistungen auf der Bühne, das macht diesem Beruf einzigartig“, meint Raphael. Durch den Applaus der Zuschauer bekomme man „irgendwo das gute Gefühl, doch die richtige Entscheidung getroffen zu haben – egal wie es in der Zukunft für einen ausgeht&#8221;.<br />
<em>(Dieser Artikel war eine Zusammenarbeit von Lasse Buch und Kenneth Jones)</em></p>
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		<title>Kurzfilme als Karrieresprungbrett</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 14:47:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Interview
Er ist erst 24 Jahre jung, hat aber bereits eine beachtliche Karriere hinter sich: Der Aschaffenburger Marius Fietzek – alias „Majus“ – hat im vergangenen Jahr Flash-Animationen für die amerikanische Spiele-Firma „Telltale“ produziert. Einer seiner Filme gewann 2009 den „Bayerischen Jugendfilmpreis“ des Kinder- und Jugendfilmfestivals „JuFinale“. Anfang dieses Jahres ist Majus gemeinsam mit seinem Cousin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Interview</strong></p>
<p>Er ist erst 24 Jahre jung, hat aber bereits eine beachtliche Karriere hinter sich: Der Aschaffenburger <a href="http://www.youtube.com/user/majusarts" target="_blank">Marius Fietzek</a> – alias „Majus“ – hat im vergangenen Jahr Flash-Animationen für die amerikanische Spiele-Firma „Telltale“ produziert. Einer seiner Filme gewann 2009 den „Bayerischen Jugendfilmpreis“ des Kinder- und Jugendfilmfestivals „JuFinale“. Anfang dieses Jahres ist Majus gemeinsam mit seinem Cousin Thorsten Fietzek für ein halbjähriges Praktikum bei „Telltale“ nach San Francisco geflogen. Im Interview erzählt er von seinen Anfängen als Filmemacher, der Zusammenarbeit mit Comedian Rick Kavanian, seinen Zukunftsträumen und warum er sich gerne mit Tim Burton zum Teetrinken treffen würde.</p>
<div id="attachment_934" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/06/majus.jpg"><img class="size-medium wp-image-934" title="majus" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/06/majus-300x276.jpg" alt="" width="300" height="276" /></a><p class="wp-caption-text">Der junge Filmemacher Marius Fietzek (Foto: privat)</p></div>
<p><span id="more-908"></span></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Du bist jetzt seit Januar in San Francisco. Wie lebt es sich?</strong><br />
Hier lebt es sich sehr lässig. Deutlicher Unterschied zur Heimat sind die grundsätzlich freundlichen und hilfsbereiten Menschen, die man trifft. Man begegnet öfter einem Lächeln, als in Deutschland. Das hebt die Laune. Lebensmittel sind viel teurer und ohne Auto kommt man schwer ran. Aber insgesamt ist es ein tolles Leben. San Francisco ist eine schöne Stadt mit grünen Orten und wunderbaren Menschen. Ich habe hier schon viele neue Freunde kennen gelernt. Die Rückkehr nach Deutschland wird bestimmt traurig. Hier bin ich dem Kreditkarten-Wahn verfallen und kaufe sogar einen Kaffee mit der Plastikkarte! Ach ja und es gibt kostenlos Wasser in jedem Restaurant &#8211; voll gut!</p>
<p><strong>Ein Praktikum bei Telltale &#8211; was für ein Angebot! Wie kam es dazu?</strong><br />
Als Telltale Mitte 2009 „Tales of Monkey Island“ angekündigt hat, war ich als Fan der Serie ganz aus dem Häuschen und da mir verrücktes Planen viel Spaß macht, habe ich mich gefragt: „Ist es möglich für Telltale Flashfilme zu machen, als offizielle Auftragsarbeit? Immerhin kennt die Firma meinen allerersten Monkey Island Flashfilm, vielleicht geht da ja was.“ Also habe ich eine Episode produziert und veröffentlicht &#8211; in der Hoffnung, die Aufmerksamkeit der Firma zu wecken. Glücklicherweise hat man mich schon bald angeschrieben und gefragt, ob ich daran interessiert wäre, für jede der „Tales of Monkey Island“<ins datetime="2010-06-24T11:58" cite="mailto:Lorenz%20Lorenz-Meyer">-</ins><del datetime="2010-06-24T11:57" cite="mailto:Lorenz%20Lorenz-Meyer"> </del>Episoden einen Film zu machen? So hatte ich quasi einen Fuß in der Tür und nach zwei weiteren Episoden habe ich die Firma gefragt, ob ein Praktikum möglich wäre. Chef Dan Connors war in Deutschland auf der „GamesConvention“ und ich konnte ihn dort persönlich fragen. Dann wurde monatelang am Visum-Antrag gearbeitet -  super anstrengend. Aber jetzt sind Thorsten und ich da.</p>
<p><strong>Möchtest du auch später in der Spiele-Branche arbeiten?<br />
</strong>Ich will in der Branche arbeiten, in der Geschichten erzählt werden. Ich liebe Videospiele und Film und gerade bei Telltale wird das schön verknüpft. Grundsätzlich besteht mein Job darin kleine Filme zu machen. Da ist eine Kulisse, ein paar Figuren, das Skript, und ich führe Regie und Kamera. Ein Traum! Auch für „Interactive Storytelling“ interessiere ich mich. Ich denke da gibt es noch viel zu entdecken und ich glaube die Spiele-Branche ist noch am Anfang von wirklich interaktiven Geschichten.</p>
<p><strong>Meilensteine in der Majus-Karriere: Worauf bist du besonders stolz?<br />
</strong>Auf jeden Fall auf den ersten Monkey Island<ins datetime="2010-06-24T11:58" cite="mailto:Lorenz%20Lorenz-Meyer">-</ins><del datetime="2010-06-24T11:58" cite="mailto:Lorenz%20Lorenz-Meyer"> </del>Flashfilm, weil er ohne jegliche unnötigen belastenden Gedanken, was wohl Andere darüber denken, gemacht wurde. Das waren einfach zweieinhalb Monate Spaß an der Produktion. Mir war wichtig, dass ich selbst darüber lachen kann. Er ist bei den Zuschauern immer noch der beliebteste Film. Obwohl er schon drei Jahre alt ist, bekomme ich noch E-Mails von Fans, die ihn gut finden. Manche können den ganzen Film sogar auswendig aufsagen! Ich bin immer sehr gerührt, wenn ich davon höre. Es ist auch eine schöne Bestätigung dafür, dass Kunst wirklich gut ist<ins datetime="2010-06-24T11:59" cite="mailto:Lorenz%20Lorenz-Meyer">,</ins> wenn man Leidenschaft und Spaß hinein legt.</p>
<p><strong>In deinen &#8220;I wonder what happens&#8230;&#8221;-Filmen sprichst du den Monkey-Island-Held Guybrush Threepwood, der wahnsinnig schnell redet &#8211; und das auch noch auf Englisch. Musstest du viel üben?</strong><br />
Als ich den ersten Monkey Island Flashfilm gemacht habe, ging es um einfaches, übertrieben motiviertes Sprechen auf Deutsch. Nachträglich wurden die Pausen zwischen den Sätzen abgehackt. Das war so eine hübsche Leichtigkeit, weil das nicht wirklich Schauspielerei, sondern Blödelei war. In den neuen „I wonder what happens…“-Filmen wurde ich durch das Englisch etwas abgebremst. Durch spezielle Software kann man aber unnötige Pausen gut löschen – das verbessert das Ganze. Irgendwie geht es einfach.</p>
<p><strong>Rick Kavanian, den man aus der Bully-Parade und den Bully-Filmen kennt, spricht den &#8220;High-Quality-Inspektor&#8221; in deinem Film &#8220;Rick Rocket&#8221;. Wie konntest du Rick dafür gewinnen?</strong><br />
Rick war damals auf Tour mit seinem Programm „Kosmopilot“ und nach der Show hat er Autogramme vergeben und war auch für ein kleines Schwätzchen bereit. Er ist wirklich nett und war an den Filmen meiner Freunde und mir sehr interessiert. Da ich seine Show echt klasse fand, hab ich sie mir öfter angesehen und danach immer mal wieder h<del datetime="2010-06-24T11:59" cite="mailto:Lorenz%20Lorenz-Meyer"></del>allo gesagt. Als ich viel später „Rick Rocket“ produziert habe, hat eine Freundin spaßeshalber gefragt, ob Rick Kavanian die Hauptrolle spielt. Da hat sie mich auf die Idee gebracht ihn einfach mal zu fragen, ob er Lust hätte. Also bin ich mit Laptop zur nächsten „Kosmopilot“-Show und habe ihn gefragt. Er hat sich meine Filme angesehen, gelacht und sich sehr bemüht einen Termin für die Tonaufnahmen zu finden. Zwei Wochen später habe ich Rick in einem Hotel in Stuttgart besucht und die Tonaufnahmen gemacht. Es war ein großer Moment, mit ihm zwei Stunden zusammen zu arbeiten. Ein lustiger und netter Typ, der Rick.</p>
<p><strong>Wen würdest du lieber auf einen Kaffee treffen: Tim Burton (Regisseur/“Nightmare before Christmas“ oder Will Wright (Spiele-Produzent/“Die Sims“)?</strong><br />
Da ich großen Wert auf Storytelling lege, würde ich mich bevorzugt mit Tim ein wenig unterhalten. Ich würde ihn fragen, wie er eine neue Geschichte angeht und was er zuerst im Kopf hat – Visuelles, Figuren oder Handlungen? Aber lieber bei einer Tasse Tee statt Kaffee.</p>
<p>Information:<br />
Marius Fietzek wird ab Herbst das Fach „Animation – Concept &amp; Arts“ an der „Filmakademie Baden Württemberg“ in Ludwigsburg studieren. Für den Studiengang bewerben sich jährlich etwa 300 junge Menschen – zwölf davon erhalten einen der begehrten Plätze.</p>
<p style="text-align: right;">Interview: Julia Lesch</p>
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		<title>Singing and Dancing in the Rain</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 22:01:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lasse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[party]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Rahmen unserer Recherche zu den Asia-Communities besuchen wir das Thai Cultural Festival, das dieses Jahr zum zweiten Mal in Frankfurt stattfindet. In den weißen Zelten auf der Hauptwache präsentieren die Team-Thai-Mitglieder über drei Tage hinweg dem Publikum in Mitten der urbanen Kulisse der Frankfurter City, was die thailändische Kultur ausmacht. Auf der großen Hauptbühne gibt es Thai-Kampfsport Vorführungen, klassischen und modernen Thai-Tanz bis hin zu Thai Trommel-Paraden zu sehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<dl id="attachment_857">
<dt><a href="../wp-content/uploads/2010/06/IMG_9487.jpg"><img title="Thai Cultural 01" src="../wp-content/uploads/2010/06/IMG_9487-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></dt>
<dd>(Foto: Lasse Buch)</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Im Rahmen  unserer Recherche zu den Asia-Communities besuchen wir das Thai Cultural Festival, das dieses Jahr zum zweiten Mal in Frankfurt stattfindet. In den weißen Zelten auf der Hauptwache präsentieren die Team-Thai-Mitglieder über drei Tage hinweg dem Publikum in Mitten der urbanen Kulisse der Frankfurter City, was die thailändische Kultur ausmacht. Auf der großen Hauptbühne gibt es Thai-Kampfsport Vorführungen, klassischen und modernen Thai-Tanz bis hin zu Thai Trommel-Paraden zu sehen.</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">
<p><del datetime="2010-07-01T21:40:27+00:00"></del><span id="more-852"></span>An diversen Ständen werden wir verköstigt und erfahren zeitgemäß auf einer Kochshow auch, wie das eben Vertilgte daheim selbst nachgekocht werden kann. Auch eine Thai-Massage können wir auf der Bühne studieren.</p>
<div>
<dl id="attachment_854">
<dt> </dt>
</dl>
</div>
<p>Den Höhepunkt der Veranstaltung stellt zweifellos die Asian-Diva Tiffany Show dar, auf der  sich zahlreiche asiatische Transvestiten in bunten Kleidern und Pumps  präsentieren, mit teils schrägen, teils typisch asiatischen Kopfbedeckungen oder aufwendigen Hochsteckfrisuren.</p>
<div>
<dl id="attachment_858">
<dt><a href="../wp-content/uploads/2010/06/IMG_96242.jpg"><img title="Thai Culutral 01" src="../wp-content/uploads/2010/06/IMG_96242-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></dt>
<dd>(Foto: Lasse Buch)</dd>
</dl>
</div>
<p>Die schillernden Personen heizen mit ihrem Tanz und Gesangseinlagen zu Liedern wie „I will survive“ oder „Sexbomb“ die Stimmung derart an, dass selbst der zwischenzeitlich einsetzende Regen die Leute nicht vom Tanzen und Feiern abbringen kann.</p>
<p>Werden Transvestiten hierzu Lande eher belächelt, so sind die so genannten „Ladyboys“ in Thailand nicht nur akzeptiert, sondern sogar hoch angesehen. Das erklärt die für manchen Frankfurter sicherlich befremdlich wirkende, fast schon ekstatische Begeisterung vor allem der asiatischen Besucher des Festivals, von denen einige bis zuletzt im strömenden Regen barfuß auf dem nassen Beton die Hüften schwingen.</p>
<p style="text-align: right;"><strong> Lasse Buch</strong></p>
<p><span style="color: #808080;"><em>Dieser Artikel enstand aus einer Gruppenarbeit von Kenneth Jones, Christopher Muschal und Lasse Buch.</em></span></p>
<div>
<dl id="attachment_868">
<dt><a href="../wp-content/uploads/2010/06/IMG_9593.jpg"><img title="Thai Cultural 03" src="../wp-content/uploads/2010/06/IMG_9593-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></dt>
<dd>(Foto: Kenneth Jones) </dd>
<dd> </dd>
<dd></dd>
<dd> </dd>
<dd> </dd>
<dd>Hier ist noch eine Slideshow vorgesehen </dd>
</dl>
</div>
<p><del datetime="2010-07-01T21:38:18+00:00"></del></p>
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		<title>Meeting of Styles &#8211; Und die illegale Kunst des Sprayens</title>
		<link>http://kulturblog.org/?p=793</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 09:52:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lilly</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ready, set, go!
Ein langer Bahnhofsdurchgang, Wände, an denen meterhohe Gerüste lehnen, und hunderte von bunten Spraydosen quer über den ganzen Platz verteilt. Ein Duftschwall synthetischer Farben kommt uns entgegen. Wir befinden uns mitten auf dem Schauplatz des „Meeting of Styles“ in Mainz-Kastel. Zahlreiche Maler sind in diesem Jahr beim größten Graffiti-Event Europas am Start und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_796" class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/06/IMG_3073-2.jpg"><img class="size-full wp-image-796 " title="Graffiti Werk" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/06/IMG_3073-2.jpg" alt="" width="400" height="267" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Lilly Altay</p></div>
<p><strong>Ready, set, go!</strong></p>
<p>Ein langer Bahnhofsdurchgang, Wände, an denen meterhohe Gerüste lehnen, und hunderte von bunten Spraydosen quer über den ganzen Platz verteilt. Ein Duftschwall synthetischer Farben kommt uns entgegen. Wir befinden uns mitten auf dem Schauplatz des „Meeting of Styles“ in Mainz-Kastel. Zahlreiche Maler sind in diesem Jahr beim größten Graffiti-Event Europas am Start und hochmotiviert am Werkeln.</p>
<p><span id="more-793"></span></p>
<p>Die Ursprünge der Veranstaltung liegen in Wiesbaden, wo sie in den frühen 90ern noch ein inoffizielles Treffen der Künstler war. Als die zur Bemalung genutzten Gebäude von der Stadt zum Abriss frei gegeben wurden, zog das Event 2002 nach Mainz um und wandert seither rund um den Globus. Bisher konnten 75 Events mit über 100.000 Besuchern realisiert werden. Sprayer aus aller Welt treffen zusammen, um legal an öffentlichen Schauplätzen ihre Kunst zu präsentieren.</p>
<p>Was zieht so viele Leute zum MOS? Was fasziniert so sehr am Sprayen? Wir haben Jens*, Sprayer und Teilnehmer des Events, gefragt.</p>
<div id="attachment_795" class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><a href="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/06/IMG_3082-2.jpg"><img class="size-full wp-image-795" title="MOS-Sprayer" src="http://kulturblog.org/wp-content/uploads/2010/06/IMG_3082-2.jpg" alt="" width="400" height="267" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Lilly Altay</p></div>
<p>„Ich finde die Welt viel zu einfarbig&#8221;, beschreibt der 21-Jährige seine Motivation. Er erzählt, es gäbe Sprayer, die politisch motiviert seien. Ihm aber ginge es immer nur um die Kunst selbst. Für Jens ist es eine Art sich auszudrücken, wahrgenommen zu werden.</p>
<p>„Es ist kein ständiger Schwanzvergleich zwischen den Sprayern&#8221;, betont er. Zumindest in seinen Kreisen ginge es nur nebensächlich um Respekt.</p>
<p>Jens erzählt, wie er bereits mit 13 Jahren zum Sprayen kam. Damals ist er mit einem Freund mitgegangen und entdeckte seine Begeisterung dafür. „In der Gruppe verbindet das.&#8221; Seitdem sei er am Ball geblieben, habe seine Technik verbessert, dazugelernt. „Man hat ständig neue Ideen im Kopf und setzt die dann in Form von Zeichnungen auf dem Papier um. Daraus kann man dann entweder eine Schablone erstellen oder freihändig sprayen.“</p>
<p>Jens übt seine Motive anfangs immer an abgelegenen Orten. „Erst, wenn es nach was aussieht, sucht man sich die richtigen Plätze aus“, erklärt der langjährige Sprayer.</p>
<p>„Es ist auf jeden Fall ratsamer in der Gruppe unterwegs zu sein, weil einer auch immer Schmiere stehen muss. Wenn die Bullerei in der Nähe aufkreuzt, heißt es ganz schnell mal den Arsch bewegen&#8221;, sagt er.</p>
<p>„Sprayen läuft meist illegal ab“, erklärt Jens. „Wenn nicht mal gerade wie heute ein Meeting of Styles-Event stattfindet, gibt es nicht viele Alternativen. Sowas gibt es eben nicht auf regulärer Basis, so dass es auch der Welt gezeigt werden kann&#8221;, bedauert der 21-Jährige.</p>
<p>Auf die Frage, ob es denn nicht irgendwelche Internetportale oder Communities gäbe, wo sich Sprayer austauschen, reagiert er mit einem Augenzwinkern: „Es gibt keine, die ich jetzt unbedingt irgendwo erwähnen würde.“ Allerdings gibt es etwa in der Fotocommunity „Flickr“ längst <a href="http://www.flickr.com/groups/frankfurtstreetart/" target="_blank">Gruppen</a>, in denen ausschließlich fotografierte Graffiti-Werke gesammelt und präsentiert werden.</p>
<p>Wer glaubt, nur Jugendliche und Randalierer würden sprayen, irrt. „Ich kenne sogar welche, die das mit ihren 40 Jahren noch machen“, klärt Jens auf. „Das machen Leute aus allen sozialen Schichten; Hauptschüler, Studenten, Angestellte.“</p>
<p>Es reicht nicht, Graffiti als eine „illegale Schmiererei“ abzutun. Schließlich ist es für viele Leute wie Jens eine Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen. Was fehlt, sind also ausreichend legale Plattformen, wie etwa das Meeting of Styles.</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=-n56QlIOc_g">Video vom Meeting of Styles (Mainz) 2010</a> (Quelle: DoenaTV)</p>
<p>*Person anonymisiert. Name frei erfunden.</p>
<p><em>Von Lilly Altay und Corinna Klingler</em></p>
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